
Beziehungsarbeit an der Quinoa Schule
Tutoring, Booster-Programm und Erlebnispädagogik
An der Quinoa-Schule bedeutet gelebte Beziehungsarbeit die Verbindung von individuellem Tutoring, einem ganzheitlichen Booster-Programm zur Sprachförderung sowie erlebnispädagogischen Angeboten.
Es gibt sowohl messbare als auch spürbare Erfolge. Die wichtigste Kennzahl ist die Abschlussquote. Diese lag im vergangenen Jahr zum 4. Mal bei 100 %. Durchschnittlich liegt sie bei über 96 %, deutlich über dem Berliner Vergleichswert für Schulen in ähnlicher Lage. Zudem werden Wohlbefinden, Zielerreichung und Beziehungsqualität systematisch über Zielgespräche, Schüler:innenumfragen und Abschlussbefragungen erfasst.
Kurzfristig zeigen sich Wirkungen vor allem in stabileren Beziehungen, einem gesteigerten Wohlbefinden, höherer Verbindlichkeit sowie einer intensiven Nutzung der pädagogischen Angebote und Ansprechstrukturen. Schüler:innen holen sich aktiv Unterstützung, bleiben nachmittags länger in der Schule und beteiligen sich engagiert an Zusatzangeboten. Über die Zeit haben sich durch verschiedene Bausteine der Beziehungsarbeit an der Quinoa-Schule tragfähige Vertrauensverhältnisse zwischen Schule, Schüler:innen und Familien aufgebaut, die sich in stabilen Schullaufbahnen und gestärkter Selbstwirksamkeit zeigen.
- Wir haben ein Tutoring-Programm entwickelt und parallel einen Booster-Bereich für Sprachförderung sowie erlebnispädagogische Formate aufgebaut. Beziehungsarbeit war und ist dabei der zentrale Bestandteil unseres ganzheitlichen pädagogischen Konzepts.
- Auf Basis von Erfahrungen und Wirkungsmessung haben wir alle drei Bausteine (Tutoring, Booster und Erlebnispädagogik) kontinuierlich angepasst, vertieft und inhaltlich aufeinander abgestimmt.
- Konstant geblieben sind regelmäßige Zielgespräche sowie die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Familien; jede:r Schüler:in wählt eine:n Tutor:in aus dem Kollegium selbst. Alle zwei Wochen findet ein verbindliches Tutoriumsgespräch von ca. 30 Minuten statt.
- Durch ein jährliches Diagnostikverfahren anhand standardisierter Tests werden Schüler:innen eng von einem multidisziplinären Booster-Team (u. a. DaF/DaZ, Lerntherapie, Sonderpädagogik) begleitet.
- Die Schüler:innen nehmen dann wöchentlich an verbindlichen Förderformaten in Einzel- und Kleingruppen teil.
- Individuelle Zielvereinbarungen werden in Logbüchern festgehalten, durch Lesetagebücher ergänzt und in Ziel- und Bilanzgesprächen mit den Erziehungsberechtigten gemeinsam reflektiert.
- Ergänzend schaffen Outdoor- und Lerncamps erlebnispädagogische Räume, in denen Schüler:innen Selbstwirksamkeit, Teamfähigkeit und Vertrauen entwickeln und so zentrale soziale Kompetenzen aufbauen.
- Wir messen Wirkung systematisch über Schüler:innenumfragen, die Auswertung von Lernfortschritten (u. a. im sprachlichen Bereich und Mathematik), Reflexionen aus den Camps sowie die Zielerreichung im Tutoring.
- Das Gesamtprojekt wird laufend auf Basis von Feedback, Wirkungsdaten und kollegialer Beratung im multiprofessionellen Team weiterentwickelt.
- Früh und konsequent in ganzheitliche Beziehungsarbeit investieren und ausreichend Zeit, Personal und klare Strukturen für alle drei Bausteine schaffen
- Fachliche Förderung, individuelle Begleitung und gemeinschaftsstärkende Erlebnisse verzahnen, statt sie isoliert zu denken
- Genau hinschauen: jährliche Diagnostik, Nähe durch Tutoring, Sozialarbeit und Präventionsarbeit
- Wirkungsmessung für alle Bereiche systematisch nutzen (Lernen, Beziehung, soziale Entwicklung) und Angebote flexibel weiterentwickeln
- Multiprofessionelle Teams aufbauen und interne sowie externe Expertise bündeln, um Schüler:innen ganzheitlich zu begleiten
- Zusätzlichen Personal- und Finanzbedarf realistisch einplanen und tragfähige Kooperationen mit Familien und Partnern nachhaltig aufbauen
Schüler:innen sind über Tutoriums- und Zielgespräche, Umfragen sowie Angebote im Booster und in erlebnispädagogischen Formaten aktiv beteiligt und übernehmen
Verantwortung für ihre Lern- und Entwicklungsprozesse. Das Kollegium arbeitet multiprofessionell zusammen (u. a. Tutoring, Sprachförderung, Sozialpädagogik) und gestaltet die Angebote gemeinsam weiter. Eltern und Familien sind durch regelmäßige Gespräche verbindlich eingebunden. Externe Partner:innen bringen fachliche Impulse und unterstützen die Umsetzung. Unsere Erfahrung zeigt: Breite Beteiligung und echte Mitgestaltung stärken Verantwortung, Beziehungen und die Wirksamkeit des Projekts.
- Eine zentrale Herausforderung sind neben finanziellen Rahmenbedingungen vor allem die pädagogischen Voraussetzungen für gelingende Beziehungsarbeit im Schulalltag.
- Die enge Arbeit mit den Schüler:innen erfordert hohe fachliche Kompetenz, klare Haltung und verlässliche Strukturen, um professionelle Nähe und Abgrenzung auszubalancieren.
- Beziehungsarbeit, Tutoring sowie sprachliche und soziale Förderung benötigen verbindliche Zeitfenster, die fest im Stundenprofil verankert sein müssen und nicht „zusätzlich“ laufen können.
- Unterschiedliche Bedarfe der Schüler:innen verlangen abgestimmte pädagogische Ansätze, klare Regeln und einheitliche Systeme im Schulalltag (z. B. feste Abläufe, klare Verbindlichkeiten, Handyverbot).
Diesen Herausforderungen begegnen wir durch klare strukturelle und pädagogische Setzungen: Für uns ist es wichtig, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen zuzuhören und sie ernstzunehmen. Ein festes, internes Team von Sozial- und Erlebnispädagog:innen ist immer ansprechbar und durch die wöchentliche „Soziales Lernen“-Stunde nah an den Schüler:innen dran. Wichtig ist für uns auch, dass unsere Lehrkräfte sich kontinuierlich weiterbilden können. Außerdem schaffen verbindliche Zeitstrukturen, gemeinsame Standards, klare Regeln und kollegiale Abstimmung Orientierung und Entlastung. Ergänzend trägt eine starke Organisations- und Unterstützungsstruktur dazu bei, Qualität zu sichern, Prozesse zu stabilisieren und langfristige Entwicklung zu ermöglichen.
- Budget: Finanzielle Mittel für Personal, erlebnispädagogische Angebote und ergänzende Programme, Kooperationen mit externen Partner:innen sowie Unterstützung beim Fundraising
- Personal: Multiprofessionelles Team aus Lehrkräften, Sozial- und Erlebnispädagog:innen sowie Fachkräften für Sprachförderung; regelmäßige Qualifizierung und Schulung des Kollegiums im Bereich Tutoring
- Räume: Geeignete Räume und Materialien (z. B. Bibliothek, Lern- und Rückzugsorte, Ausstattung für Camps)
- Außerdem: klare Strukturen, gemeinsame Regeln und abgestimmte pädagogische Konzepte, verbindliche Zeitfenster im Stundenplan für Tutoring, Booster und Beziehungsarbeit
- Private Spender:innen
- Stiftungen, Unternehmen und öffentliche Institutionen
- Quartiersmanagement Soldiner Kiez
- Ehrenamtliche Unterstützer:innen
- Kooperationspartner Bildung: Baufachfrau Berlin e.V., BOGA MUSIK PROD. STUDIO BERLIN, Canisius-Kolleg, DaKS e.V., Das Klingende Museum in Berlin e.V., Forum Berufsbildung, Jugendberufsagentur Berlin, Karriere Kick, Komm auf Tour, Mirada Berlin gUG, Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, Stiftung Lesen, Studienkreis Berlin Reinickendorf, Werkstatt für alles GmbH, WERKstattSCHULE Heidelberg e.V., W.i.B. e.V. Potsdam
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