
Generationsvermittlung als Bereicherung
Hausaufgabenbetreuung durch Senior:innen
Wir holen Senior:innen in unsere Schule, weil wir Generationenvermittlung als echte Bereicherung erleben. Senior:innen, die keine oder nur weit entfernte Enkel haben, verbringen gemeinsam mit unseren Kindern Zeit und begleiten sie beim Lernen. Kinder, die oft keine Großeltern in der Nähe haben, lernen ältere Menschen näher kennen. Daraus wächst ein gegenseitiges Verständnis, das Generationen verbindet. Gleichzeitig weitet unsere Schule ihre Rolle als Kulturort in der Gemeinde auf mehrere Generationen aus und die Nachmittagsbetreuung wird personell spürbar entlastet.
Das Projekt hat sich über viele Jahre zu einem tragfähigen, fest etablierten Bestandteil unseres Schullebens entwickelt. Heute unterstützen rund 25 Senior:innen regelmäßig die Betreuende Grundschule, ein eigenes Gebäude auf unserem Schulgelände, in dem die Nachmittagsbetreuung unserer Schüler:innen stattfindet. Hier schenken die Senior:innen den Kindern an festen Wochentagen Zeit, Aufmerksamkeit und individuelle Begleitung bei den Hausaufgaben. Ohne dieses Engagement müssten viele Kinder ihre Aufgaben zu Hause erledigen. Die Wirkungen reichen weit über die Hausaufgaben hinaus: Kinder bauen Vertrauen zu älteren Menschen auf und erleben geduldige, ruhige Lernbegleitung. Senior:innen – insbesondere jene ohne enge familiäre Anbindung – erfahren sinnstiftende Teilhabe und soziale Einbindung. Die Nachmittagsbetreuung wird organisatorisch und personell deutlich entlastet, und unsere Schule festigt ihre Rolle als generationenverbindender Kulturort in der Gemeinde.
- Ab ca. 2000 haben wir mit einer ehrenamtlichen Hausaufgabenbetreuung in der Betreuenden Grundschule (BGS) für rund 20 Kinder begonnen, getragen von zunächst sechs Senior:innen.
- Ab ca. 2012 sind die Kinderzahlen in der Nachmittagsbetreuung gestiegen, und die Hausaufgabenbegleitung hat an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig haben passende Räume und Personal gefehlt. Wir haben gezielt neue Senior:innen angesprochen und sie für das Projekt gewonnen.
- Heute unterstützen rund 25 Senior:innen die Nachmittagsbetreuung regelmäßig und schenken der Schule jeweils einen Nachmittag ihrer Freizeit.
- Ab ca. 2022 haben wir die Senior:innen zusätzlich in weitere Bereiche des Schullebens eingebunden – etwa beim Sportfest, bei Einschulungs- und Abschlussfeiern oder bei Theaterfahrten.
- Traut euch!
- Das Zusammenbringen von Kindern und älteren Menschen klappt eigentlich immer! Prüft, welche Formate bei euch geeignet sind. Startet klein, irgendwas geht immer!
Das Projekt wird kontinuierlich von der gesamten Schulgemeinschaft getragen, der Schulelternbeirat unterstützt es dabei maßgeblich. Mit Kindern, Eltern und bei Bedarf auch mit den Senior:innen führen wir regelmäßige Gespräche zu Umgangsformen, Verhalten und gegenseitigem Verständnis zwischen den Generationen.
- Senior:innen und Lehrkräfte brauchen regelmäßigen Austausch, damit Sicherheit und Orientierung in der Betreuung gewährleistet sind.
- Senior:innen brauchen regelmäßig Unterstützung und Ermutigung, vereinbarte Regeln gegenüber den Kindern konsequent einzufordern.
- Wir führen etwa alle drei Monate Austauschtreffen in unterschiedlichen Formaten durch: Gesprächsrunden, kurze Inputs, gemeinsame Reflexion.
- Wir begleiten sie kontinuierlich durch Lehrkräfte: Wir klären gemeinsam Regeln, besprechen konkrete Situationen und stärken die Senior:innen gezielt in ihrer Rolle.
- Räume: Die Schulräume stehen nachmittags zur Verfügung und werden kostenfrei genutzt.
- Zeit und Energie: Beziehungen müssen aktiv gepflegt werden – durch gemeinsame Unternehmungen wie Kaffeetrinken, Ausflüge und Austauschrunden mehrmals pro Jahr.
- Engagement bei der Gewinnung: Geeignete Ehrenamtliche finden sich nicht von selbst – aktives Ansprechen und gezieltes Anwerben sind notwendig.
- Verbandsgemeinde: finanzielle Unterstützung einer jährlichen Einladung der Ehrenamtlichen im Rahmen der Ehrenamtsförderung
- Elternschaft: Spendengelder und Sachspenden für weitere Zusammenkünfte
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