
Jahrgangsübergreifendes Lernen
Bedürfnisorientiertes Lernen durch Jahrgangsmischung
Jahrgangsübergreifendes Lernen bedeutet, dass Kinder verschiedener Altersstufen gemeinsam in einer Klasse lernen. Anstatt auf starre Jahrgangsgrenzen geht der Blick auf individuelle Lernstände, Stärken und Entwicklungstempi. Kinder übernehmen Verantwortung füreinander, lernen voneinander und entwickeln ihre Fähigkeiten unabhängig vom Lebensalter weiter.
Genau das setzen wir an der Brüder-Grimm-Schule mit unserem Projekt „Lernen in Familienklassen – jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL)" um. Durch die Jahrgangsmischung gelingt es uns noch besser, den individuellen Voraussetzungen unserer Schüler:innen gerecht zu werden und sie genau dort zu fördern, wo sie tatsächlich stehen. Gleichzeitig entwickeln wir unsere schulischen Strukturen weiter, um differenziertes, kompetenzorientiertes Lernen nachhaltig zu verankern und eine Kultur des gemeinsamen Lernens zu etablieren.
Bereits in den ersten Wochen und Monaten des Projekts zeigte sich, dass die neuen Erstklässler:innen sehr gut in der Schule angekommen sind. Sie verinnerlichen Abläufe, Rituale und selbstständiges Arbeiten zügig, weil ältere Kinder vorleben, was funktioniert. Das Alter spielt bei der Wahl von Lern- oder Spielpartner:innen keine Rolle; stattdessen beobachten wir eine ausgeprägte Unterstützungsbereitschaft in der gesamten Schulgemeinschaft.
Schon im ersten Projektjahr interessierten sich zahlreiche externe Schulen für unser Konzept, sodass zahlreiche Hospitationen an der Brüder-Grimm-Schule stattfanden. Unsere Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet: mit dem Jakob-Muth-Preis für Inklusion, einer Nominierung für den Deutschen Schulpreis und dem Inklusionspreis des Landes Rheinland-Pfalz. Seit vielen Jahren ist unsere Schule in verschiedene Schulentwicklungsprojekte eingebunden, angefangen mit „Selbstverantwortliche Schule" (2005–2011), gefolgt von „Schule der Zukunft" seit 2022 und „Startchancen-Schule" seit 2024. Als Hospitationsschule sind wir darüber hinaus seit 2015 aktiv. Vor dem Hintergrund der langjährigen Auseinandersetzung mit Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und offenem Arbeiten stellt das jahrgangsübergreifende Lernen einen konsequenten nächsten Schritt in der Entwicklung unserer Schule dar.
- Begonnen haben wir damit, schuleigene Kompetenzraster als Grundlage für individuelles, kompetenzorientiertes Lernen zu entwickeln.
- Wir haben die Demokratieerziehung als Querschnittsthema im Schulalltag gestärkt.
- Wir haben die Atelierarbeit zu regelmäßig stattfindenden jahrgangsgemischten Ateliertagen ausgebaut.
- Wir haben an erfahrenen JüL-Schulen hospitiert und den intensiven Austausch mit ihnen gepflegt.
- Um das Konzept transparent zu vermitteln, haben wir mehrere Informationsabende für Eltern durchgeführt.
- Die Haltung des Kollegiums klären
- Schulelternbeirat frühzeitig einbeziehen und überzeugen
- Vernetzung mit anderen JüL-Schulen
- Einige Eltern begegnen dem Konzept mit Skepsis. Sie befürchten Nachteile beim Übergang zum Gymnasium.
- Wir suchen das Gespräch mit weiterführenden Schulen und holen sie mit ins Boot.
- Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt „Schule der Zukunft" als strukturgebender Rahmen, der die Umsetzung beschleunigt hat
- Hospitationsschulen Rheinland-Pfalz und „Schulen der Zukunft": kollegialer Austausch und gegenseitige Vernetzung
- Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz: Schulentwicklungsberater:innen begleiten uns seit dem Schuljahr 2023/24 in Zielplanung, Strukturierung und Analyse
Auf unserer Website (www.bgs-ingelheim.de/juel/) sind viele weitere Informationen zu unserem jüL-Konzept zu finden
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