
KI verstehen, kritisch nutzen, kreativ gestalten
KI-gestütztes Lernen und Arbeiten im Unterricht
Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Müritz den Wahlpflichtkurs „KI-gestütztes Lernen und Arbeiten“. Das Angebot richtet sich an Schüler:innen der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums. Im Kurs lernen die Jugendlichen, Künstliche Intelligenz bewusst, kritisch und kreativ einzusetzen. Sie erstellen KI-gestützte Lernmaterialien, Infografiken, Podcasts und weitere Medienprojekte. Dabei beschäftigen sie sich intensiv mit Prompt Engineering, der kritischen Bewertung von KI-Ergebnissen sowie mit Fragen zu Sicherheit, Ethik und Datenschutz.
Die Schüler:innen lernen, gezielte Prompts zu formulieren, Ergebnisse kritisch zu prüfen und KI-Tools für komplexe Aufgaben einzusetzen. Der Kurs fördert Selbstständigkeit, Kreativität sowie Medienkompetenz und gibt wichtige Impulse für weitere Fachbereiche. Die erstellten Arbeiten fließen direkt in authentische Wettbewerbe ein – u. a. beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung 2025 („Algorithmen – wie beeinflussen sie unsere Informationsnutzung?“) sowie beim Wettbewerb „Jugend will sich-er-leben“ („Gewaltfreie Kreativität“).
- Bedarf erkennen: Weil Schüler:innen KI bereits ungesteuert nutzten, entwickelte die Schule ein Konzept für einen systematischen und verantwortungsvollen Umgang mit den Tools.
- Kurs entwickeln: Die Kursleitung erstellte Unterrichtsmaterialien, Aufgaben und Reflexionsformate und strukturierte den Kurs digital über das Lernmanagementsystem itslearning.
- Praxis ermöglichen: Die Schüler:innen arbeiten an eigenen KI-Projekten und authentischen schulischen wie beruflichen Fragestellungen.
- Kritisches Denken fördern: Die Jugendlichen vergleichen Ergebnisse unterschiedlicher Sprachmodelle, reflektieren die Qualität von KI-Ausgaben und diskutieren Datenschutz, Ethik und gesellschaftliche Verantwortung.
- Ergebnisse sichtbar machen: Medienprodukte und Wettbewerbsbeiträge zeigen, wie sich KI sinnvoll einsetzen lässt. Methoden und Erfahrungen werden auch im Kollegium geteilt.
- Tipps für andere Schulen: Einfach anfangen, klare Lernziele definieren und KI gemeinsam mit den Schüler:innen erkunden. Datenschutz und Nutzungsregeln von Anfang an transparent mitdenken.
Alle Schüler:innen der 11. Klassen des Beruflichen Gymnasiums nehmen am Wahlpflichtkurs teil und entwickeln eigene Projekte. Die Kursleitung begleitet bei der Auswahl geeigneter Tools, der Projektarbeit und der kritischen Reflexion. Ergebnisse werden im Kollegium vorgestellt sowie auf schulischen Veranstaltungen und dem Schulblog präsentiert.
- Eine zentrale Hürde sind Datenschutz und rechtliche Vorgaben: Nicht alle leistungsfähigen KI-Tools können bedenkenlos im Unterricht eingesetzt werden.
- Die Schule kombiniert datenschutzkonforme Angebote (wie fobizz-KI) mit leistungsstarken Open-Source- oder Freeware-Tools, sofern deren Nutzung unter den geltenden Bedingungen möglich ist.
- Klare Regeln, die Einbindung von Eltern und Jugendlichen sowie das Vergleichen unterschiedlicher KI-Systeme fördern einen verantwortungsvollen Umgang.
Der Kurs nutzt die vorhandene Infrastruktur: Schüler:innen-Laptops, stabiles WLAN, die Lernplattform itslearning sowie das Art Lab und offene Lernbereiche. Eine Doppelstunde pro Woche bietet Raum für Projektarbeit und Reflexion. Hinzu kommen die fachliche Kompetenz der Kursleitung und gezielte Fortbildungen zu Prompt Engineering und KI-Ethik.
Das Projekt wurde mit vorhandenen schulischen Ressourcen umgesetzt. Fachliche Impulse erhielt die Kursleitung durch Weiterbildungen von fobizz, Everlast AI und der German University of Digital Science.
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