
Neue Schule geht neue Wege
Gemeinsam wachsen, Lernen selbst gestalten
Das Gymnasium Mainz-Mombach ist eine staatliche Schule im Aufbau. Seit 2023 verbinden wir hier fachliches Lernen, Selbstständigkeit und persönliche Entwicklung. Unsere Jugendlichen lernen in offenen Lernlandschaften statt in klassischen Klassenräumen. Sie planen zunehmend ihre Lernwege selbst, nutzen fachliche Inputs und erarbeiten in fächerverbindenden Lernangeboten und Projekten eigene Lösungen und Produkte. Im Makerspace experimentieren, programmieren und gestalten sie, entwickeln Prototypen und setzen eigene Ideen praktisch um. Klare Strukturen, regelmäßiges Mentoring und persönliche Rückmeldungen helfen ihnen, Ziele zu setzen, Fortschritte einzuschätzen und Verantwortung zu übernehmen.
Unser “Projekt” umfasst das gesamte Schulkonzept. Deshalb greifen unsere Aktivitäten und Methoden ineinander und lassen sich nicht auf ein einzelnes Projekt begrenzen. Lernende, Eltern und Lehrkräfte entwickeln das Konzept gemeinsam weiter. Wir erproben neue Ansätze, reflektieren Erfahrungen und passen Lernformate und Strukturen an die Bedürfnisse unserer wachsenden Schulgemeinschaft an. Dafür nutzen wir agile und partizipative Ansätze wie Scrum beziehungsweise eduScrum und Design Thinking, in der Schulentwicklung ebenso wie im Lernen. Wir erkunden Bedürfnisse, entwickeln Ideen, erproben Lösungen und reflektieren Prozesse und Ergebnisse, etwa in Entwicklungswerkstätten, fächerverbindenden Projekten, Explorationsphasen und im Makerspace.
Die Lernenden setzen sich Ziele, planen ihre Arbeit eigenständig, nutzen Aufgabenboards und reflektieren regelmäßig ihr Lernen. So fördern wir Selbstregulation und Selbstorganisation. Im Mentoring begleiten wir ihre Persönlichkeitsentwicklung: Sie entdecken eigene Stärken, setzen sich mit Herausforderungen auseinander und gewinnen Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Feedback und demokratische Beteiligungsformate ergänzen diese Arbeit. So entwickeln wir Lernformate, persönliche Begleitung und Strukturen im Zusammenspiel weiter.
In unserer Schulgemeinschaft erleben wir, dass Lernende zunehmend Verantwortung übernehmen, eigene Ideen einbringen und ihre Stärken entdecken. Mentoring und Reflexion unterstützen ihre Selbstregulation, Selbstorganisation und persönliche Entwicklung. Die gemeinsame Gestaltung der Schule stärkt Beteiligung, Zusammenhalt und Identifikation.
Ein konkretes Ergebnis ist unser Lernkonzept, das fest im Schulalltag verankert ist. Selbstorganisiertes und fächerverbindendes Lernen, agile Projektarbeit, Makerspace-Angebote, regelmäßiges Mentoring und demokratische Beteiligung sind feste Bestandteile. Für die Jahrgänge 8 bis 10 haben Lernende, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam das Konzept „Lernhaus Mitte“ entwickelt und dessen Umsetzung begonnen.
Greifbare Ergebnisse entstehen auch in den Lernprojekten: Bei „Nachhaltig danken“ entwickelten beispielsweise 55 jahrgangsgemischte Teams eigene Produkte und präsentierten und verkauften diese auf einer schulischen Messe. Solche Ergebnisse dokumentieren die Umsetzung und Beteiligung.
Über Hospitationen, Netzwerkarbeit, Fortbildungsbeiträge und Medienberichte geben wir Erfahrungen weiter und erhalten neue Impulse. Langfristig wollen wir Selbstständigkeit, fachliche Kompetenz und demokratische Teilhabe nachhaltig stärken. Weil unsere Schule erst seit 2023 besteht, können wir langfristige Wirkungen und Kompetenzzuwächse noch nicht belastbar beurteilen.
- Vision und Ausgangskonzept entwickeln. Vor der Schulgründung hat unsere Planungsgruppe die pädagogische Grundlage entwickelt. Sie verbindet fachlich fundiertes, selbstorganisiertes und gemeinschaftliches Lernen mit Raum für persönliche Entwicklung.
- Mit dem Schulstart 2023 ins Erproben kommen. Mit der ersten Lerngemeinschaft haben wir das Ausgangskonzept im Schulalltag umgesetzt. Lernräume, Lernformate und persönliche Begleitung sind dadurch erstmals praktisch erlebbar geworden.
- Die Schulgemeinschaft an der Weiterentwicklung beteiligen. Seit dem Schulstart beziehen wir die Erfahrungen und Bedürfnisse von Lernenden, Eltern und Lehrkräften ein. In Austauschformaten und Entwicklungswerkstätten gestalten wir das Schulkonzept gemeinsam weiter.
- Lernformate und Begleitung weiterentwickeln. Mit Design Thinking und agilen Arbeitsweisen entwickeln und erproben wir Ansätze für fächerverbindendes Lernen, Projektarbeit und Angebote im Makerspace. Klare Strukturen für Planung und Reflexion fördern Selbstorganisation und Selbstregulation. Im Mentoring begleiten wir die Persönlichkeitsentwicklung.
- Erfahrungen reflektieren und nachsteuern. Wir werten Rückmeldungen aus, reflektieren Prozesse und Ergebnisse und passen unsere Konzepte an. Reviews und Retrospektiven unterstützen uns dabei.
- Bewährtes verankern und mit der Schule wachsen. Tragfähige Ansätze werden verbindlicher Bestandteil unseres Schulkonzeptes und für weitere Jahrgänge weiterentwickelt. Netzwerke und Hospitationen bringen Erfahrungsaustausch und neue Impulse.
- Die Schritte 3 bis 6 wiederholen sich als kontinuierlicher Entwicklungsprozess.
- Entwickelt eine gemeinsame Vorstellung davon, was sich für eure Lernenden verbessern soll. Wählt dazu passende erste Schritte, die ihr unter euren Bedingungen umsetzen könnt. Uns helfen dabei die folgenden Grundsätze.
- Lernende, Eltern und Lehrkräfte früh einbeziehen und transparent machen, was sie mitgestalten können
- Freiräume mit klaren Strukturen und gezielter Begleitung verbinden
- Lernformate, Räume, Zeitstrukturen und Beziehungen zusammendenken
- Verbindliche Zeit für Entwicklung, Feedback und Reflexion einplanen
- Ideen erproben, Erfahrungen auswerten, Unfertiges verändern
- Netzwerke und Hospitationen als Inspiration nutzen und daraus den eigenen Weg entwickeln
- Mit klarer Richtung arbeiten und selbst weiterlernen wollen
Ja, wir arbeiten grundsätzlich partizipativ. Lernende, Eltern und Lehrkräfte gestalten unsere Schule gemeinsam. Vor der Gründung hat unsere Planungsgruppe die pädagogische Grundlage entwickelt. Seit dem Schulstart binden wir Erfahrungen und Bedürfnisse aller Beteiligten in Austauschformaten und Entwicklungswerkstätten ein.
- Eine zentrale Herausforderung ist, Freiräume und Orientierung auszubalancieren: Lernende bringen unterschiedliche Voraussetzungen für selbstorganisiertes Lernen mit und benötigen passende Begleitung.
- Lehrkräfte und Eltern erleben veränderte Rollen und Erwartungen.
- Partizipative Entwicklung braucht verlässliche Zeitfenster neben dem Schulalltag.
- Auch die veränderten Rollen und Erwartungen von Lehrkräften und Eltern brauchen Zeit, Austausch und Verständigung.
- Als wachsende Schule binden wir neue Menschen ein und entwickeln Strukturen weiter, während wir sie bereits nutzen.
- Wir verbinden Freiräume mit klaren Strukturen und begleiten die Lernenden im regelmäßigen Mentoring.
- Wir schaffen Zeit für Austausch und Verständigung.
- Generell gilt: Wir sind im Prozess und stellen uns darin immer wieder neu auftretenden Herausforderungen.
keine Angabe
- Institutionelle Strukturen unterstützen unseren Schulaufbau.
- Weitere Partnerschaften einzeln zu benennen, würde den Rahmen sprengen.
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