
Tutor:innenprogramm an der Quinoa-Schule
Wir haben an der Quinoa-Schule ein strukturiertes Tutoring-Programm aufgebaut, bei dem alle Schüler:innen eine:n frei gewählte:n Tutor:in aus dem Kollegium bekommen. Alle zwei Wochen findet ein verbindliches, rund 30-minütiges Tutorengespräch statt, in dem schulische und persönliche Entwicklung gleichwertig Platz haben. Aus diesen Gesprächen entstehen individuelle Zielvereinbarungen, die wir in Logbüchern festhalten und gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten in Ziel- und Bilanzgesprächen besprechen. Das Tutorengespräch bietet damit vor allem die Grundlage, in einem reflektierenden Austausch mehr über die Talente und Interessen unserer Schüler:innen zu erfahren und diese zu stärken, sodass sie nachhaltig in den Schulalltag eingebracht werden können. Außerdem gibt dieses Format Schüler:innen Raum, ehrlich zu sagen, was sie beschäftigt, und gibt uns die Grundlage, rechtzeitig auf Entwicklungen und Veränderungen zu reagieren und ein Sicherheitsnetz bieten zu können. Beziehungsarbeit verstehen wir dabei nicht als Zusatzangebot, sondern als Kernaufgabe aller Lehrkräfte.
Es gibt sowohl messbare als auch spürbare Erfolge. Die wichtigste Kennzahl ist die Abschlussquote. Diese lag im vergangenen Jahr zum 4. Mal bei 100 %. Insgesamt liegt sie dauerhaft bei über 90 %, deutlich über dem Berliner Vergleichswert für Schulen in ähnlicher Lage. Zudem werden Wohlbefinden, Zielerreichung und Beziehungsqualität systematisch über Zielgespräche, Schüler:innenumfragen und Abschlussbefragungen erfasst. Kurzfristig zeigen sich Wirkungen vor allem in stabileren Beziehungen, einem gesteigerten Wohlbefinden, höherer Verbindlichkeit sowie einer intensiven Nutzung der pädagogischen Angebote und Ansprechstrukturen. Schüler:innen holen sich aktiv Unterstützung, bleiben länger in der Schule und beteiligen sich engagiert an Zusatzangeboten. Über die Zeit haben sich durch das Projekt tragfähige Vertrauensverhältnisse zwischen Schule, Schüler:innen und Familien aufgebaut, die sich in stabilen Schullaufbahnen und gestärkter Selbstwirksamkeit niederschlagen.
- Wir haben das Tutoring-Programm aus einem bestehenden Mentor:innenprogramm entwickelt: Beziehungsarbeit war von Beginn an zentraler Bestandteil unseres pädagogischen Konzepts.
- Auf Basis von Erfahrungen und Wirkungsmessung haben wir einzelne Elemente kontinuierlich angepasst, vertieft oder neu gestaltet.
- Konstant geblieben sind regelmäßige Zielgespräche sowie die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Familien. Beides ist fester Bestandteil des Konzepts, weil es Verbindlichkeit schafft und echte Beziehungen ermöglicht.
- Jede:r Schüler:in wählt eine:n Tutor:in aus dem Kollegium selbst.
- Alle zwei Wochen findet ein verbindliches Tutorengespräch von ca. 30 Minuten statt.
- Individuelle Zielvereinbarungen werden in Logbüchern festgehalten und in Ziel- und Bilanzgesprächen mit den Erziehungsberechtigten gemeinsam besprochen.
- Wir messen Wirkung systematisch über Schüler:innenumfragen, Abschlussbefragungen und die Auswertung der Zielerreichung.
- Das Programm wird laufend auf Basis von Feedback und Wirkungsdaten angepasst.
- Früh und konsequent in Beziehungsarbeit investieren und ihr ausreichend Zeit, Personal und Struktur geben
- Angebote schrittweise weiterentwickeln, Wirkungsmessung und Feedback systematisch nutzen und flexibel anpassen
- Zusätzlichen Personal- und Finanzbedarf realistisch einplanen und frühzeitig Kompetenzen in Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Controlling aufbauen
- Tragfähige Kooperationen mit Familien und externen Partnern aufbauen, um Verbindlichkeit, Vertrauen und Nachhaltigkeit zu sichern
Schüler:innen sind über Tutorings, Zielgespräche, Umfragen und offene Angebote aktiv einbezogen und gestalten ihre individuellen Lern- und Entwicklungswege mit. Das Kollegium ist eng in die Umsetzung eingebunden und arbeitet multiprofessionell mit Sozialpädagogik, Tutoring und Wirkungsmessung zusammen. Eltern und Familien sind von Beginn an durch regelmäßige Gespräche, transparente Kommunikation und verbindliche Kooperation Teil des Projekts. Externe Partner unterstützen durch ergänzende Angebote, Förderungen und Kooperationen, insbesondere bei der Finanzierung. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn Schüler:innen, Kollegium, Eltern und Partner gemeinsam Verantwortung übernehmen, wird Schulentwicklung praxisnäher, nachhaltiger und wirksamer.
- Eine zentrale Herausforderung stellen personelle und finanzielle Rahmenbedingungen dar.
- Die enge Beziehungsarbeit und die Nähe zu den Schüler:innen sind pädagogisch sehr wertvoll, können aber auch zu persönlicher Betroffenheit führen und erfordern hohe fachliche Präsenz.
- Als Sozialunternehmen und Schule in freier Trägerschaft ist insbesondere der erhöhte Personalaufwand für das Tutoringprogramm, kontinuierliche sozialpädagogische Begleitung, erlebnispädagogische Angebote, Outdooraktivitäten, Lerncamps, Klassenfahrten sowie die gezielte Stärkung der Klassengemeinschaft durch die Ersatzschulfinanzierung nicht annähernd abgedeckt. Dadurch sind wir dauerhaft auf Spenden und zusätzliche Mittel angewiesen, was mit hohem Akquiseaufwand und wiederkehrender Planungsunsicherheit verbunden ist.
Die Herausforderungen wurden durch klare Strukturen und eine starke Verwaltungs- und Unterstützungsstruktur aufgefangen. Ein interdisziplinäres Team aus Öffentlichkeitsarbeit, Controlling, Fundraising und sozialwissenschaftlicher Wirkungsmessung arbeitet eng mit der Geschäftsführung zusammen, um die Projekte der Quinoa‑Schule sichtbar, wirksam, organisatorisch umsetzbar und finanziell tragfähig zu halten. Dadurch können zusätzliche Mittel akquiriert, Qualität gesichert und langfristige Planungsgrundlagen geschaffen werden.
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